Das Wiesenfest

Das Selber Wiesenfest ist einzigartig. Jedes Jahr kommen Tausende in ihre Heimat zurück, um gemeinsam mit den ihren das schönste aller Feste zu feiern. Doch wie ist das Selber Heimat- und Wiesenfest überhaupt entstanden? Erfahrt hier mehr dazu:

1806 legt Diakon Hagen den ersten Lehr-Obstgarten des Landes an.
Dies führte sogar zu einer öffentlichen Belobigung des preußischen Ministers Karl August von Hardenberg.
Eingeweiht wurde der Selber Obstgarten im  Frühjahr darauf.

 

Am 10. Mai 1807 zog man in einer feierlichen Prozession mit Musik und unter Beteiligung von Honoratioren und Schulen hinaus in den neuen Lehrgarten. Die Feier fand unter Beteiligung von mehr als tausend Menschen (davon rd. 200 Schulkinder) statt. Den ersten  Festzug gab es um zwei Uhr nachmittags von der Kirche zum Obstgarten.

Aus der feierlichen Wiederholung der Belobigungsfeier entstand das heutige Kinderfest. Einmal im Jahr veranstaltete man eine Gedenkfeier als Fest für die ganze Bevölkerung. Am 10. Juli 1808 lud man zu einem „Obstbaum-Cultur-Fest".

1811 erfolgte die Bewilligung eines Volksfestes, unter der Bedingung, dass sich das Fest auf nur einen Tag beschränke und den Charakter eines reinen Kinderfestes haben sollte. Belustigungen für Erwachsene waren untersagt.

Innerhalb der nächsten vierzig Jahre fand das Fest jährlich für die Kinder als Unterrichtsgang, aber in unregelmäßigen Abständen von 2-3 Jahren für die Erwachsenen statt.

Laut Stadtschreiber Seybold wurde 1830 in Selb das erste „Wiesenfest" gefeiert.
Damals fester Bestandteil des Wiesenfestes:  ein Gottesdienst in der Kirche, danach Festzug der Kinder vom Schulhaus (Pfaffenleithe) zum Festplatz (Lehrgarten) . Die Honoratioren wurden beim Rathaus abgeholt. Es gab Ansprachen, Kinderspiele und das Fest war auf Sonntagnachmittag beschränkt.

Seit den 1830er Jahren kamen viele „Tausende" Gäste. Das Fest war inzwischen zum Volksfest geworden und die Gesangvereine und die Kapelle des „Stadtmusikus" beteiligten sich. Es gab einen Bierausschank, Verkauf von Esswaren, und für die Kinder endete das Fest bei Sonnenuntergang mit einem Einzug.

Die Erwachsenen saßen dann noch bis 23:00 Uhr zusammen.

1851 fand das Wiesenfest in dieser Form zum letzten Mal vor dem Selber Brand statt. Nach dem Brand folgte eine zwölfjährige Pause.

Danach feierte man in unregelmäßigen Abständen, ein- bzw. zweijährig,  und teilweise an verschiedenen Orten.

Seit 1949 findet das Selber Heimat- und Wiesenfest jährlich am zweiten Sonntag im Juli statt- von Samstagabend bis Montag.

 

(Quelle: frei nach "Aus den Kindertagen des Selber Wiesenfestes" von Dieter Arzberger, erschienen 2002 im Verlag Gisela Arzberger, ISBN 3-927313-29-7)

Bildquelle: Archiv Hermann Summa
Bildquelle: Archiv Hermann Summa